Das Seniorenhandy / Seniorentelefon und der Hausnotruf



In diesem Artikel erfahren Sie, über welche Funktionen Seniorenhandys verfügen und wie sie sinnvoll eingesetzt werden können.

Das Seniorenhandy

Da auch Senioren flexibel erreichbar sein wollen, aber ihnen der Umgang mit den modernen Smartphones mit Touchscreens und diversen technischen Sonderfunktionen schwer fallen kann, hat sich in den letzten Jahren auf dem Markt der Mobiltelefone die Nische der Seniorenhandys herausgebildet, welche so konzipiert sind, dass die Bedienung simpel und komfortabel ist, sie aber trotzdem über ein modernes Design verfügen. Im Jahr 2000 kam das erste Telefon für Senioren auf den Markt und bis heute haben sich bereits einige Funktionen als besonders praktisch für diese Produktgruppe erwiesen. So haben sich Farbdisplays mit kontrastreicher, großer und gut lesbarer Schrift durchgesetzt und auch laute Klingeltöne sind für die Nutzung des Mobiltelefons durch einen Senioren vorteilhaft. Die Form des Klapptelefons hat sich in diesem Zusammenhang bewiesen, denn das unkomplizierte Annehmen und Beenden von Anrufen durch das Auf- und Zuklappen des Telefons ist in der Handhabung schnell und einfach. Einige Modelle bieten darüber hinaus eine Beschriftung der Tasten in Brailleschrift. Die Funktion, das Handy mit einer Induktionsspule an das Hörgerät zu koppeln, ist ebenfalls häufig in die Geräte integriert, um Störgeräusche zu minimieren.

Senioren Handy mit Notruftaste

Neben diesen Grundfunktionen verfügen das Senioren Handy meistens auch über eine Notruftaste. Wird dieser betätigt, wird eine voreingestellte Liste an Kontakten angerufen, bzw. per SMS benachrichtigt. In dieser Liste können dann neben dem Hausnotrufanbieter und den Angehörigen und Freunden, auch der betreuende, ambulante Dienst, der behandelnde Arzt oder auch direkt der Notruf enthalten sein. Die Programmierung dieser Notruffunktionen, inklusive einer Beratung, sollte beim Kauf durch den Anbieter erfolgen, denn bei einer mangelhaften Einstellung kann es sein, dass Fehlfunktionen auftreten. Daher empfiehlt sich eine professionelle Installation, denn hierbei können auch verschiedene „Alarmstufen“ hinterlegt werden, so dass hinter einer Taste Angehörige, hinter einer Anderen der Hausnotrufanbieter und hinter der dritten Taste der polizeiliche Notruf programmiert wird. Bei einer korrekten Installation kann das Seniorentelefon auch ohne Empfang und bei Überlastung des Netzes einen Notruf absetzen. Bei der Beratung sollte auch auf die Einweisung des Senioren in die eingestellten Funktionen geachtet werden.

Ein weitererer wichtiger Unterschied zu gewöhnlichen Mobiltelefonen besteht zudem darin, dass ein Seniorenhandy üblicherweise auch hörgerätekompatibel ist. Denn durch das Telefonieren Älterer mit einem Hörgerät über ein dafür untaugliches Gerät können lästige Störgeräusche wie zum Beispiel ein Rauschen entstehen. Die Hörgerätetauglichkeit von einem Seniorenhandy wird mit dem sogenannten M- und dem T-Rating bewertet und gekennzeichnet. Die M-Bewertung steht für Telefone und Handys, die tauglich für Hörgeräte ohne Induktionsspule sind. Das T-Rating ist eine Bewertungsskala für Geräte, die kompatibel mit induktiven Hörgeräten mit Spule sind. Jeweils bei der M- und bei der T-Bewertung werden Ziffern von 1 für mäßige bis 4 für beste Hörgerätetauglichkeit verwendet. Faustregel: Ein gutes hörgerätetaugliches Seniorenhandy sollte mit M 3 oder M 4 sowie mit einem T 3 oder T 4 gekennzeichnet sein, da sind sich die Fachleute einig. Außerdem bieten Seniorenhandys verstärkte Ruftöne und eine verbesserte Lautsprecher-Funktionen.

Seniorentelefone und Hausnotruf

Wie über das Armband oder die Halskette des Hausnotrufs, kann auch über das Seniorenhandy eine Ortung mittels GPS als Zusatzfunktion genutzt werden. Dies kann sinnvoll sein, wenn die Person, die das Handy für Senioren nutzt, dementiell erkrankt ist und zum Weglaufen neigt, denn so können die Angehörigen oder der betreuende Pflegedienst den Senioren leichter wiederfinden. Vergleichend betrachtet ist der Arm- bzw. Halssender in diesem Fall optimal auf das Absetzen eines Notrufs von unterwegs ausgerichtet, wogegen das Seniorentelefon mehr auf die Möglichkeit des mobilen Telefonierens ausgelegt ist und sich für Senioren eignet, die auf die zusätzliche Sicherheit des Hausnotrufs nicht verzichten wollen.

Selbst eine Sturzerkennung bieten einige Seniorenhandys moderner Bauart. Ihre Lagesensoren erkennen dann von selbst, ob der Besitzer des Handys gerade gestürzt ist. Daraufhin setzt das Seniorenhandy einen Notruf ab, ohne dass der Nutzer dafür eine Taste drücken muss.